Niederdorla – Opfermoor
Das Opfermoor in der Vogtei ist eine vorgeschichtliche Kultstätte in einem flachen See nördlich von Niederdorla im thüringischen Unstrut-Hainich-Kreis. Es liegt in der Gemarkung von Oberdorla, etwa 200 m entfernt vom nördlichen Ortsrand von Niederdorla.
Die archäologischen Funde sind zum Teil im Opfermoor-Museum, einem Museumsbau am Nordrand von Niederdorla der Öffentlichkeit zugänglich. Im Dorf ist eine Siedlung dem 3. Jahrhundert n. Chr. aus zwei Grubenhäusern und einem Speicher am Westrand des Opfermoors rekonstruiert. Dort findet alljährlich das Römerfest statt, das zahlreiche Römer- und Germanen-Darsteller in historischer Kleidung anlockt, die damaliges Alltagsleben nachzustellen versuchen.

Bei der Senke handelt es sich um eine Auslaugungssenke des Mittleren Muschelkalks, in der sich Grundwasser sammelte und sich ein Sumpf und offene Wasserflächen von etwa 700 m × 200 m bildeten. Der Flachsee verlandete und vermoorte. Aus den abgelagerten Sedimenten und Torfen konnte der Beginn der Verlandung mit 100 v. Chr. erschlossen werden. Die Torfe wurden ab 1947 abgebaut und der See so auf die heutige Größe und Form vergrößert. Im Zuge des Torfabbaus stieß man auch auf die vorgeschichtlichen Hinterlassenschaften.